Nach
aufregenden Tagen der Reisevorbereitungen heben wir (11 Teilnehmer/innen, Sepp
und ich) von Schwechat Richtung Nairobi ab. In der gemütlichen Naro Moru
River Lodge, entspannen wir uns während eines Ruhetages.
Am folgenden Tag beginnt unser „Bergabenteuer“. Nachdem wir Träger und Führer
mit dem Transporter einsammeln, fahren wir zum Gate des Mount Kenia National
Park. Auf Grund „schmieriger Strassenverhältnisse“ geht es sehr bald zu
Fuss durch den Regenwald weiter. Für die meisten von uns die erste
„Urwalderfahrung“. Nach drei Stunden Wanderung, Begegnungen mit den ersten
afrikanischen Affen, erreichen wir unsere erstes Ziel – die Met. Station
(3.000m).
Der „bunt zusammengewürfelte Haufen“ lernt sich durch Gespräche besser
kennen, kommt sich näher. In der ersten Nacht am Berg mehr oder weniger gut
geschlafen, steigen wir durch Regenwald und Erikazeengürtel in höhere
Regionen. Dort beeindrucken uns atemberaubend schöne Lobelien- und Senezienwälder.
Auf dem Weg zum Mc. Inders Camp (4.280m) begegnen wir einigen Klippschliefern,
murmeltierähnlichen Geschöpfen, die in Rudeln neben der Hütte auftreten. Am
Abend sehen wir zum ersten Mal die drei Gipfel des Mount Kenia: Nelion
(5.188m), Batian (5.198m) und Lenana (4.985m).
Zum Akklimatisieren wandern wir am nächsten Tag zu den kleinen Seen, die sich
rund um den Mt. Kenia befinden.
Nach zwei Tagen auf 4.280m sollten wir nun gut vorbereitet für den
„Gipfelsturm“ sein. Um 2 Uhr am Morgen geht es los, die Gruppe sammelt
sich ein noch ein wenig verschlafen vor der Hütte zum Abmarsch. Im Licht des
Mondes steigen wir auf zur Austria Hut. Nach einer kleinen Pause geht es bei
Sonnenaufgang weiter zum Pt. Lenana. Unsere Blicke wandern immer wieder zu den
Felswänden des Nelion und Batian, die rot in der Morgensonne leuchten. Um 6
Uhr stehen wir glücklich am Lenana, freuen uns hier zu sein und geniessen die
Augenblicke am Gipfel.
Der Abstieg fällt uns leicht und schon am Vormittag sitzen wir schon wieder
in unserem „Basislager“dem Mc. Inders Camp. Um uns für den Kilimanjaro
bestens akklimatisieren zu können, verbringen wir hier auf über 4000m noch
eine letzte Nacht. Während des Abstieges zur Met. Station erleben wir die
bizarre Landschaft und die eigentümliche Vegetation erst so richtig. Vieles,
das beim Aufstieg verborgen blieb, wird entdeckt.
Der nächste Tag in der Naro Moru River Lodge steht im Zeichen der Erholung
und des äquatorialen Einkaufs in Nanyuki. Nach den Tagen in primitiven Verhältnissen
erscheint uns die gemütliche Lodge wie ein Paradies.Die Fahrt von Naro Moru
nach Arusha gestaltet sich interessant: die Landschaft am Fuße des Mount
Kenia, Nairobi bei Tag, Ananasplantagen, Mount Meru und vor allem die Maasai
hinterlassen einen tiefen Eindruck.
Nun
beginnt für uns das „Abenteuer Kilimanjaro“. Die erste Etappe führt uns
wiederum durch dichten Regenwald, der Pfad ist schmal aber komfortabel. Nach 4
Stunden erreichen wir die Mandara Hütten (2.675m). Ein weiteres Ziel ist für
uns heute noch der Maundi Krater.
Im gemütlichen Tempo geht es am nächsten Tag zu den Horombo Hütten
(3.725m).
Am Abend, als sich die Wolken um den Gipfel lichten, sehen wir den Kibo zum
ersten Mal aus der Nähe. Während des Aufstiegs zur 4.700m hoch gelegenen
Kibo Kütte fällt unser Blick auf die schroffen Felsen des Mawenzi. Nach
einen kleinen Pause beim Zebrafelsen, sehen wir am Mawenzisattel den vor uns
liegenden Weg durch die Kibowüste zur Kibo Hütte. Vor allen haben wir auch
den Aufstieg zum Gilman´s Point vor uns, im Geröll führen die Serpentinen
nach oben.Jeder erreicht gut akklimatisiert die Kibo Hütte (4.700m). Nach
einer kurzen, unruhigen Nacht, geht es um 1 Uhr morgens los. Stirnlampen der
Bergsteiger, die schon früher aufbrachen, weisen uns den Weg. Hintereinander
stapfen wir Meter um Meter höher. In Serpentinen erreichen wir die Mayer Höhle.
Jeder überwindet sich in der Dunkelheit höher zu steigen -
ist der Rhythmus gefunden, geht es leichter.Plötzlich sehen wir die
Konturen des Mawenzi – es wird hell. Schnell wird das Grau zu einem
leuchtenden Rot und schon ist der Gilman´s Point erreicht. Wir umarmen.
Atemberaubend schön ist die Umgebung – das gleissende Weiss des
Stufengletschers, der Mawenzi und vor allem der zum Greifen nahe Uhuru Peak,
auf den keiner verzichten möchte.Nach eineinhalb Stunden stehen wir dann am höchsten
Punkt Afrikas. Für Augenblicke ist jeder besinnlich, es wird gesungen und
getanzt. Wir freuen uns hier gemeinsam ganz oben zu stehen.
Glücklich steigen wir zur Kibo Hütte ab, wo uns ein ausgedehntes Frühstück
erwartet, obwohl niemand richtigen Hunger verspürt. Danach geht es weiter zu
den Horombo Hütten. Die letzte Nacht am Berg steht uns bevor: noch einmal in
den Schlafsack kriechen, eiskaltes Wasser zum Zähne putzen, Durcheinander im
Trekkingsack, Suche nach der Stirnlampe, schmutzige Kleidung. Am nächsten
Tag wird alles anders sein...Doch zuerst steht uns noch der Abstieg zum
Marangu Gate, die Verleihung der Gipfelzertifikate und das Singen des
Kilimanjarolied der Crew, 32 an der Zahl bevor.Auf der Fahrt zum Hotel gibt es
noch einen Halt, um einen unglaublich alten Baum zu umarmen – 17 Personen
sind dazu notwendig. Am Abend wird bei gutem Essen ausgiebig gefeiert. So
mancher stellt sein Tanztalent zur Schau. Der folgende Tag ist wiederum der
Entspannung und Erholung gewidmet – einkaufen oder ein Tag am Pool steht zur
Auswahl.
Die Safari im Arusha National Park schenkt uns allen wieder neue Eindrücke:
Giraffen, Kaffernbüffel, Zebras, Wildschweine, Flusspferde, Flamingos, Dik
Diks sieht man nicht alle Tage in freier Wildbahn.
Die 17 Tage sind zu schnell vergangen, wir haben viel erlebt, was wir
vielleicht erst jetzt zu Hause realisieren.
Vor
allem haben wir neue Freunde gefunden.
Gundula